Sozialwirtschaft

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Sozialwirtschaft

Siehe auch Social entrepreneurship (DE), Sozialunternehmen, Genossenschaftliche Grundsätze

Die Sozialwirtschaft hat den sozialen und zugleich ökonomischen Zweck, individuelle und kollektive Wohlfahrt in Formen gemeinschaftlicher Selbstversorgung und öffentlich, freigemeinnützig oder gewerblich organisierter Versorgung zu bewerkstelligen. Diesen Zweck erfüllt sie in Interaktion von und mit Personen, die zur Bewältigung ihres täglichen Lebens Bedarf an einer spezifischen Versorgung haben. Sie wird, soweit sie nicht informell erfolgt, von Organisationen übernommen, die soziale Dienstleistungen anbieten (vgl. Arnold/ Maelicke, 2008, 65).

Wenn man sie als Sektor wirtschaftlicher Betätigung betrachtet, wird die Sozialwirtschaft zwischen dem privaten Sektor des Wirtschaftens (Markt) und dem öffentlichen Sektor (Staat) angesiedelt und deshalb auch häufig mit dem Dritten Sektor (Non-Profit Sektor) gleichgesetzt. In diesem grenzt sich die Sozialwirtschaft aber mit ihrer besonderen Zwecksetzung ab von Feldern der Kultur, der Freizeit, des Sports, des Umweltschutzes usw. Somit ist sie zwar Teil des Dritten Sektors, umfasst aber nicht dessen gesamte Vielfalt an Organisationen und Aktivitäten. Als Branche betrachtet, benennt die Sozialwirtschaft einen besonderen Bereich der ökonomischen Wertschöpfung. Von anderen Bereichen des Wirtschaftens (z.B. der Energiewirtschaft) unterscheidet sie sich dadurch, dass sie primär keinen Erwerbszweck, sondern Sachziele in der Deckung eines humanen Bedarfs verfolgt (vgl. Wendt, 2008).

Für die Definition der Sozialwirtschaft ist die soziale Zweckbestimmung der ihr zugeordneten Aktivitäten und Unternehmen entscheidend. Somit gehören zur Sozialwirtschaft die Organisationen, Dienste, Einrichtungen und anderen Unternehmungen, welche als Ziel die Erfüllung sozial gestellter Aufgaben haben, das Wohlergehen von Menschen einzeln und gemeinsam zu fördern oder zu ermöglichen. Somit stellt die Sozialwirtschaft den Bereich dar, in dem Social Entrepreneurship stattfindet und wirkt, also dessen Beschäftigungsfeld.

Quelle: Michael Vollmann, Social Entrepreneurship in Deutschland. Gründungsbezogene Rahmenbedingungen der deutschen Sozialwirtschaft und ihre Auswirkungen auf die Gründungsaktivität von Social Entrepreneurs. Universität Passau, 2008. Diplomarbeit im Studiengang ’Sprachen, Wirtschafts- und Kulturraumstudien’. Diese Arbeit entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit der Ashoka Deutschland gGmbH. http://ssrn.com/abstract=1162734